Japanisches Teehaus München

Öffentliche Vorführungen 2012

Die nächsten öffentlichen Vorführungen finden an folgenden Wochenenden statt.

April:Samstag, 14.04.2012
Sonntag, 15.04.2012
Mai:Samstag, 12.05.2012
Sonntag, 13.05.2012
Juni:Samstag, 09.06.2012
Sonntag, 10.06.2012
Juli:Samstag, 14.07.2012
Sonntag, 15.07.2012
August:Samstag, 11.08.2012
Sonntag, 12.08.2012
September:Samstag, 08.09.2012
Sonntag, 09.09.2012
Oktober:Samstag, 13.10.2012
Sonntag, 14.10.2012

Beginn: 14.00, 15.00, 16.00 und 17.00 Uhr
Einlass jeweils ca. 5 Minuten vorher.

Unkostenbeitrag: 6 Euro
Kinder bis 12 Jahre: 3 Euro

Die Vorführung dauert eine Stunde. Eine kleine Süßigkeit und eine Schale Tee sind im Unkostenbeitrag enthalten.

N.B.: Bei Gruppen ab 10 Personen bitten wir um vorherige Anmeldung.
Ansonsten ist keine Anmeldung erforderlich.

Teehaus KanShoAn

Eine großzügige Stiftung

1972 - ein Jahr das München verändert hat wie kaum ein anderes in der Nachkriegszeit. Es ist das Jahr der olympischen Sommerspiele. Vieles, was heute aus der Millionenstadt am Isarstrand nicht mehr wegzudenken wäre hat uns dieses große Ereignis beschert: das Olympiastadion, den Fernsehturm, und die U-Bahn. Was viele aber nicht wissen: auch das kleine Japanische Teehaus im Englischen Garten gehört dazu.

"Das Japanische Teehaus? Ach, Sie meinen sicher das Seehaus - oder den Chinesischen Turm?" - Ja, so ist das, selbst alteingesessenen Münchnern ist das Teehaus oft kein Begriff. Das mag daran liegen, daß es auf der kleinen Insel im Schatten des monumentalen "Haus der Kunst" schon einmal übersehen wird!

Aber manch einer hat sich im Sommer, auf einem Wochenendspaziergang doch schon einmal dorthin verirrt und da war er dann plötzlich - nur wenige Schritte vom lärmenden Treiben der Großstadt entfernt - in einer ganz anderen Welt - nämlich mitten in Japan.

Aber nun zurück zu 1972 und den olympischen Sommerspielen. Zu diesem Anlaß stiftete Dr. Soshitsu Sen, Grossmeister der Urasenke Teeschule aus Kyoto/Japan das Teehaus dem Freistaat Bayern, verbunden mit der Auflage, daß dort japanische Teezeremonie unterrichtet und vorgeführt wird.

Das ist nun 30 Jahre her. Seit dieser Zeit gibt es einen Verein, der das Teehaus unterhält und sich bemüht den Teeweg einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Über den Teeweg

Der Teeweg, japanisch Chado ist einer der praktischen Übungswege, die aus dem Zen Buddhismus hervorgegangen sind. Seine heutige Form geht auf den im 16. Jahrhundert lebenden Teemeister Sen no Rikyu zurück. Rikyu formulierte vier Prinzipien, die die Grundlage für den Teeweg darstellen:

  • 和 Wa - Harmonie, meint sowohl die Harmonie zwischen den Menschen, also Gastgeber und Gästen, als auch die Harmonie mit und zwischen den verwendeten Gegenständen in einem sehr umfassenden Sinn. Wa ist aber auch Ausdruck einer tief empfundenen Harmonie und Einheit mit der Natur, die sich in der Rücksichtnahme auf die jahreszeitliche Stimmung und die jeweilige Wetterlage zeigt.
  • 敬 Kei - Ehrfurcht und Achtung vor unserem Nächsten, aber auch vor den verwendeten Gegenständen, egal ob es sich um kostbare Kunstwerke oder die einfachen Dinge des täglichen Gebrauchs handelt.
  • 清 Sei - Reinheit und Ordnung. Die äußere Reinheit im Sinne von Sauberkeit und Ordnung ist Grundlage einer inneren Reinheit und Konzentration. Sei meint aber auch die Reduktion auf das wesentliche, sei es Beispielsweise in der Architektur des Teeraums oder im Ablauf der der Bewegungen bei der Teezubereitung.
  • 寂 Jaku - Stille. Durch das fortwährende praktizieren der drei ersten Prinzipien, stellt sich allmählich Jaku ein. Jaku bedeutet nicht Stille als das Fehlen von äußeren Geräuschen, sondern eher eine "innere Ruhe" oder "Gelassenheit" die sich auf das gesamte Dasein auswirkt.

Links

Urasenke Foundation in Kyoto Vielfältige Informationen zum Teeweg im Stile der Urasenke-Schule. In englischer und japanischer Sprache.

Das SeminarZENtrum der Urasenke Stiftung In Gundelfingen bei Freiburg. Das Zentrum wurde unter der Schirmherrschaft von Dr. Soshitsu Sen XV, in Zusammenarbeit mit der Urasenke Stiftung in Kyoto eingerichtet und steht unter der Leitung des in Japan ausgebildeten Teemeisters Ulrich Soshiki Haas, mdi.

Urasenke Zürich Teeraum Isshin-an, Museum Rietberg Zürich

Teeseminar im Kloster St. Ottilien mit Michiko Nojiri aus Rom

Urasenke in Kyoto

Die Urasenke (ura = hinten, Sen = Familienname, ke = Haus bzw. Familie) in Kyoto ist eine der großen alten Schulen für den Teeweg in Kyoto. Sie geht zurück auf Sen Sôeki oder, wie er posthum mit Ehrennamen genannt wurde, Sen no Rikyu. Der jetzige Iemoto (das Oberhaupt der Familie), Dr. Sen Sôshitsu ist Nachkomme Rikyus in der 15. Generation.

Entstehung der drei Sen-Schulen des Teeweges

Aus ungeklärten Gründen, vermutlich wegen politischer Intrigen, mußte Rikyu Seppuku begehen. Zuvor brachte er seinen Enkel Sen Sôtan in das nahegelegene Zen-Kloster Daitoku-ji, wo Sôtan viele Jahre lebte. Aus dieser Zen-Erfahrung heraus erneuerte er die Teekunst im Stile Rikyus und verband sie eng mit dem Zen. (Cha Zen ichi mi = Tee und Zen: ein Geschmack). Durch sein langes Zen-Training geschult, bewahrte er Rikyus wabi-cha, den Tee der Einfachheit, ohne Kompromisse mit dem neuen daimyô Teestil einzugehen. Seine drei Söhne Sôshu (1593 - 1675), Sôsa (1613 - 1672) und Sensô Sôshitstu (1622 - 1697) begründeten die noch heute wichtigsten Schulen des Teeweges. Als Sôtan 70 Jahre alt war, übergab er Sôsa den vorderen Teil des Familiengrundstückes: Dort begründete Sôsa die OMOTOSENKE, das "vordere Sen Haus". Sôtan zog sich zusammen mit seinem jüngsten Sohn Sensô auf den hinteren Grundstücksteil, die URASENKE zurück. Sôshu übernahm ein weiteres Grundstück von seinem Vater und begründete die MUSHANOKOJISENKE (das Sen-Haus an der Mushakojistrasse).

Urasenke heute

Nach der Erfahrung des 2. Weltkrieges begann Tantansai (14. Generation) ein Werk des Friedens in der ganzen Welt. Er stiftete Teehäuser, und Teelehrer der Urasenke begannen, vor allem in Amerika, den Teeweg im Stile der Urasenke zu vermitteln. Dieses Werk wurde konsequent von Sôshitsu Sen XV fortgesetzt. Überall auf der Welt findet man inzwischen Teehäuser oder Teelehrer der Urasenke. Um das Wissen über den Teeweg außerhalb Japans zu fördern, unterstützt Dr. Sen eine englischsprachige Zeitschrift: "Chanoyu quarterly", in der die verschiedensten Aspekte zur Kunst, Geschichte oder Philosophie des Teeweges behandelt werden.

Dr. Sen hat durch eine großzügige Stiftung ausländischen Teeschülern ermöglicht, in einem eigens gegründetem Zweig der Schule, dem midorikai, den Teeweg intensiv zu studieren. Viele der midorikai-Absolventen sind in ihre Heimatländer zurückgekehrt und wirken dort als Teelehrer.

Viele Studiengruppen, die sich der Übung des Teeweges verschrieben haben, wurden auch ohne Anleitung von berufsmäßigen Teelehrern gegründet. Ehemalige Midorikai-Schüler oder langjährige Teeschüler leiten dort die Übungsgruppen.
Der Kontakt mit den ausländischen Zweigstellen der Urasenke wird über ein eigenes Büro der Urasenke in Kyoto koordiniert und gepflegt.

Der URASENKE - DOKOKAI München

Der Urasenke Dokokai München ist eine solche Studiengruppe. Der rege Austausch und die authentische Bewahrung der Tradition ist durch den monatlichen Besuch des offiziellen Repräsentanten der Urasenke in Deutschland, Gyôtei Sôshin Makoto Kuramoto, sowie durch Studienaufenthalte von Dokokai-Mitgliedern in Kyoto gewährleistet.

Die Gruppe besteht überwiegend aus deutschen Mitgliedern, aber auch eine ganze Reihe von Japanern und Japanerinnen gehört zu den aktiven Mitgliedern und Teestudenten.
Neben den regelmäßigen Übungsgruppen pflegt und unterhält der Dokokai das Teehaus Kan Sho An und führt in den Sommermonaten zahlreiche öffentliche Präsentationen durch. Auch zu den Übungszeiten sind Gäste nach Voranmeldung herzlich willkommen.

Kontakt

Anfragen bzgl. Unterricht und Sondervorführungen richten Sie bitte an:
kanshoan"at"urasenke-muenchen.de
oder telephonisch unter: 089 / 22 43 19

Hinweis: Das Teehaus steht ausschließlich für Teezeremonie, d.h. weder kommerzielle Veranstaltungen noch für private Feiern o.ä. zur Verfügung.
Wir bitten von derartigen Anfragen abzusehen.